Opfer waren viele – auch Überlebende

Realschulbeitrag zum 9. November 1938 erinnert an Gebrüder Gumpel

Jedes Jahr ist es für uns Aufgabe, Selbstverpflichtung und Selbstverständlichkeit zugleich, bei der Gedenkfeier zur Reichspogromnacht und für die Opfer des Nationalsozialismus am 9. November einen Beitrag zu leisten. Auch 87 Jahre danach bereiteten sich zwei Schüler des neunten Jahrgangs auf diesen Einsatz vor.

Philipp Duflot (im Bild links) und Jonathan Otto (im Bild rechts) aus der Klasse 9c hielten auf dem Marktplatz eine Rede, in der sie über die Brüder Herbert, Hans und Kurt Gumpel berichteten. Sie waren die Söhne einer jüdischen Lemgoer Familie und sie wanderten noch rechtzeitig aus Deutschland aus. Dadurch überlebten sie im Gegensatz zu ihren Eltern die Shoa. Trotzdem machten Flucht, Entbehrungen und Verluste auch sie zu Opfern des Nationalsozialismus.

In einem Workshop mit dem Verein „Stolpersteine und Frenkel-Haus in Lemgo“ wurden die Grundlagen für den Vortrag zuvor erarbeitet und dann anschließend im Unterricht vollendet. In der Schule wurde dann noch das Lesen mit dem Mikrophon eingeübt, sodass dann am 9. November bei der Gedenkveranstaltung die beiden Schüler ihre Gedanken hervorragend vorgetragen haben.

Es ist gut zu erleben, dass in jedem Jahr Schüler*innen aus den verschiedenen weiterführenden Schulen Lemgos ihr Lampenfieber überwinden und vor vielen Menschen auf dem Marktplatz mit ihren guten Beiträgen diese Gedenkveranstaltung in Lemgo erst möglich machen.

Thorsten Holling