9c forscht mithilfe des Vereins Stolpersteine zu jüdischer Familie

Viele Menschen wurden in der Zeit des Nationalsozialismus umgebracht. Auch Lemgoer Bürger*innen wurden deportiert und ermordet. Es gibt jedoch auch Opfer dieser schrecklichen Zeit, die den NS-Terror überlebt haben. Mit drei solchen Biographien beschäftigte sich die Klasse 9c an einem Projekttag.
Die Idee zu diesem Tag hatten der Verein „Stolpersteine und Frenkel-Haus in Lemgo“ und Lehrer Thorsten Holling. Ziel sollte sein, die Biographien der Brüder Gumpel kennenzulernen und somit zu verstehen, dass der Opferbegriff sehr vielfältig sein kann.
Zu diesem Zweck traf sich unsere 9c im Frenkelhaus mit den Vorstandsmitgliedern des Vereins Annette Paschke-Lehmann und Detlef Höltke. Vor Ort erhielten wir eine kleine Einführung zum Leben der jüdischen Bevölkerung Lemgos in der NS-Zeit. Vom Frenkelhaus gingen wir gemeinsam weiter in die Mittelstraße vor das Schuhhaus Mengedoht, wo wir den Stolperstein von Rosalie Gumpel reinigten. Sie war die Mutter von Herbert, Hans und Kurt Gumpel.

Mit den drei Söhnen von Rosalie Gumpel beschäftigten wir uns dann im eigentlichen Workshop des Projekttages. Dabei fand die Klasse durch die gute Anleitung von Annette Paschke-Lehmann und Detlef Höltke heraus, dass alle die schreckliche Zeit des Nationalsozialismus überlebten, indem sie auswanderten. In Palästina bzw. in Dänemark und Schweden entgingen sie der Verfolgung durch die Nationalsozialisten. Sie gründeten nach dem 2. Weltkrieg eigene Familien, bekamen Kinder und wohnten ihr Leben lang außerhalb Deutschlands. Kurt und Herbert Gumpel, der sich später in Mordechai umbenannte, besuchten jedoch immer wieder ihre Geburtsstadt Lemgo.
Auch wenn die drei Brüder der Familie Gumpel die NS-Zeit überlebten, so sind sie doch ebenso Opfer des Nationalsozialismus. Sie verloren ihre Heimat und ihre Mutter, die von den Nazis ermordet wurde. Sie mussten fliehen und in Angst vor Verfolgung leben.
Mit neuen Erkenntnissen und erweitertem Wissen über unsere Heimatstadt Lemgo ging es wieder in die Schule. Wir danken unserem Kooperationspartner, dem Verein „Stolpersteine und Frenkel-Haus in Lemgo“, und vor allem Annette Paschke-Lehmann und Detlef Höltke für einen lehrreichen Vormittag.
Thorsten Holling/Fotos: Verein Stolpersteine




